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Hof Valepage
Delbrück-Dorfbauerschaft, Kreis Paderborn erbaut 1577 von Jost Varendorf gnt. Valepage, teilerneuert im 19. Jahrhundert, abgebaut 1973, wieder aufgebaut im Freilichtmuseum Detmold 1975 - 1979 Der Valepagenhof gilt als bedeutendster Bauernhof im Delbrücker Umland. Er ist wegen seiner wunderschön geschnitzten Fassade im Renaissance-Stil berühmt. Die Bohlen und Ständer sind mit Fächerrosetten überzogen, mit feuerspeienden Drachen, einer jagenden Hundemeute, aber auch mit biblischen Szenen, z.B. der Darstellung der Auferstehung Christi. Älter als dieses Hofgebäude ist der Valepagenhof als Lehnsgut des Klosters Abdinghof und wird schon 1337 urkundlich ewähnt. Damals hieß er noch “Lakehof”.
Neben diesem Lehnshof waren die Valepage noch Grundbesitzer von zwei Vollmeierhöfen in der Bauerschaft Osterloh, einen Halbmeierhof in Hövelhof und einen Achtelmeierhof in Dorfbauerschaft. Fast alle Höfe im Delbrücker Land waren Eigenbehörigen-Stätten und wurden von unfreien Bauern bewirtschaftet. Diese 4 Eigenbehörigen-Stätten hatten den Valepage Abgaben und Dienste zu leisten. der Nellmannhof (hatte 1672 Ackerland 25 Morgen, ebensoviel Wiese, 2 Morgen Garten und 10 Morgen Kampland.) Der Noltehof in Westerloh hatte 40 Morgen Ackerland, 18 Morgen Wiese und 2 Morgen Garten. Der Furlmeierhof hatte 19 Morgen Ackerland, 1591 gestattete der Fürstbischof dem Gografen Jobst Valepage, bei seinem Furlhof eine (Wasser-)Mühle zu bauen. Um 1650 zahlte Furlmeyer 2 Reichstaler jährlich an Valepage Der Lübbenmeyerhof hatte 8 Morgen Ackerland, 2 Morgen Garten und 1 Morgen Kämpe. (Heute ist er ein bekannter Reiterhof.) Persönlich waren die Valepagen frei.
Die Valepage gehörten zu den ritterbürtigen Geschlechtern des Fürstbistums Paderborn. 1385 wird ein ‘Walter vame Wygmodeberge geheten valepage’ genannt und vor 1481 heiratete ein ‘von Varendorff’ in die Familie Valepage ein, ebenfalls ritterbürtig, er führte Wappen und Siegel.
Das Vierständerhallenhaus hatte noch 1840 eine Länge von mehr als 30 Metern. Es war ein Anbau angefügt, der die “alte Kapelle” enthielt und einen Saal mit separatem Eingang, der dem Besitzer vorbehalten war. Später wurde der Kapellenanbau abgebrochen, so dass es jetzt eine Gesamtlänge von knapp 26 Metern hat. Immer wieder bekleideten Mitglieder der Familie öffentliche Ämter: z.B. das des Gografen (Richter im Dienste des Bischofs zu Paderborn), oder das Landschreiberamt. Nachdem 1845 der Letzte in der Familie gestorben ist, diente der Hof nur noch als Pachthof. Das Wappen ist erloschen.
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